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Prof. Dr. Nils Berkemeyer Lehrstuhl für Schulpädagogik und Schulentwicklung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Telefon: 03641 9 45360 E-Mail

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Zur Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit der deutschen Schulsysteme

Faire Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen sind für die Zukunft und den Zusammenhalt unseres Landes wichtiger den je – darin sind sich wohl alle einig. Wie gerecht es im deutschen Bildungssystem wirklich zugeht, wird nicht zuletzt seit der ersten PISA-Studie 2000 intensiv diskutiert – ein zentraler Befund von damals lautete, dass in keinem anderen Land der OECD der Bildungserfolg so massiv vom sozialen Hintergrund des Einzelnen abhängt wie in Deutschland. Spätere PISA-Studien haben in diesem Punkt Fortschritte vermeldet. Doch wo steht Deutschland heute? Ist das System in den vergangenen Jahren chancengerechter und leistungsstärker geworden?

Der aktuelle Chancenspiegel 2017 zieht nach gut 15 Jahren eine Zwischenbilanz: Er zeichnet für den Zeitraum von 2002 bis 2014 nach, wie es um die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in den deutschen Schulsystemen steht, und fragt nach deren Leistungsfähigkeit und Gerechtigkeit. Mithilfe von Daten aus der amtlichen Statistik und aus Schulleistungsuntersuchungen werden die Schulsysteme der Bundesländer in den Gerechtigkeitsdimensionen »Integrationskraft«, »Durchlässigkeit«, »Kompetenzförderung« und »Zertifikatsvergabe« vergleichend betrachtet.

Der Chancenspiegel trägt mit seinen theoretischen Impulsen und empirischen Befunden dazu bei, die gesellschaftliche Debatte über ein gerechtes und leistungsstarkes Schulsystem in Deutschland sach- und lösungsorientiert zu vertiefen, mit dem Ziel alle Kinder und Jugendlichen bestmöglich zu fördern. Der Chancenspiegel gibt beispielsweise Auskunft darüber, wer heute schon ein gutes Ganztagsangebot, inklusive Schulen, wenige Sitzenbleiber, eine geringe Korrelation zwischen Herkunft und Bildungserfolg sowie wenige Schulabbrecher hat – und in welchen Ländern in dieser Hinsicht Nachholbedarf besteht.


Mit der vorliegenden Zwischenbilanz findet der Chancenspiegel als gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung, des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) der Technischen Universität Dortmund und des Instituts für Erziehungswissenschaft (IfE) der Friedrich-Schiller-Universität Jena nach sieben Jahren einen Abschluss. In dieser Zeit hat der Chancenspiegel als ergänzendes Instrument der Bildungsberichterstattung große Aufmerksamkeit in der allgemeinen Öffentlichkeit gefunden und die Debatte um ein chancengerechtes Schulsystem in der Fachöffentlichkeit bereichert. Es ist und bleibt ein Verdienst des Chancenspiegels, das abstrakte Konzept von Chancengerechtigkeit konkretisiert, messbar und zwischen den Bundesländern vergleichbar gemacht zu haben.